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Leitlinie Weisheitszähne

    1. Definition

    Unter Weisheitszähnen sind die Zähne 18, 28, 38 und 48 sowie die Zähne 19 und 29 zu verstehen. Ein nicht durchgebrochener Weisheitszahn ist ein im Kiefer eingebetteter Zahn, der voraussichtlich in der Mitte der 3. Lebensdekade durchbrechen wird. Ein impaktierter Weisheitszahn ist so gelagert, daß er voraussichtlich nicht in der Mitte des 3. Lebensjahrzehnts durchbrechen wird und pathologische Verhältnisse mit lokaler, regionaler oder systemischer Konsequenz hervorrufen kann. Es ist medizinisch und chirurgisch erforderlich, diese bekannten Risiken zu begrenzen. Ein durchgebrochener Weisheitszahn ist so positioniert, daß die gesamte klinische Krone sichtbar ist, während bei einem teilweise durchgebrochenen Zahn nur ein Teil der klinischen Krone sichtbar ist. Ein nicht durchgebrochener bzw. retinierter Zahn ist ein Zahn der nicht durch den Knochen und die Weichgewebe durchgebrochen ist und nicht die Mundhöhle erreicht hat.

    2. Therapieziele

    Das Ziel der Therapie besteht darin, potentielle Risiken präventiv auszuschalten bzw. Form und Funktion zu erhalten oder wiederherzustellen. Falls erforderlich sollten impaktierte Weisheitszähne vor der kompletten Wurzelentwicklung entfernt werden.

    3. Therapieindikation

    Bei der Indikation zur Therapie muß zwischen teilweise durchgebrochenen und nicht durchgebrochenen Weisheitszähnen unterschieden werden.

      o Insuffiziente Platzverhältnisse für den Zahndurchbruch

      o Ektope Position

      o Impaktierter Zahn

      o Schmerz

      o Akute oder chronische Infektion (Dentitio difficilis)

      o Pulpaexposition bei Zahnkaries

      o Nicht restaurierfähiger kariöser Zahn

      o Nicht behandelbare Pulpa

      o Nicht behandelbare periapikale Veränderung

      o Pathologische Strukturen in Zusammenhang mit Zahnfollikeln (z. B. Zyste, Tumor)

      o Abnormitäten der Zahngröße und Form

      o Zur Vereinfachung der Behandlung von/und Begrenzung des Fortschreitens von parodontalen Erkrankungen

      o Resorption bzw. Beeinträchtigung von benachbarten Zähnen

      o Zähne die bei der kieferorthopädischen und rekonstruktiven Chirurgie stören

      o Zur Vereinfachung der kieferorthopädischen Zahnbewegungen

      o Zur prothetischen Rehabilitation

      o Zähne im Bruchspalt, die die Frakturbehandlung erschweren

      o Zähne im Tumorgebiet

      o Präventive oder prophylaktische Zahnentfernung bei Patienten die medizinischen oder chirurgischen Behandlungen unterzogen werden (Organtransplantation, alloplastische Implantate, Chemotherapie, Radiatio)

      o Frakturierter Zahn

      o Als Transplantat

      o Patient, der trotz Aufklärung eine nichtchirurgische Behandlung ablehnt

       

    4. Untersuchungen

    Notwendige Untersuchungen

      o Inspektion

      o Palpation

      o Vitalitätsprobe der Nachbarzähne

      o Sensibilitätsprüfung (N. lingualis und N. mentalis)

      o Röntgen


    Weiterführende Untersuchungen

      o Röntgen in zweiter Ebene

      o Computertomographie bei kritischer Lagebeziehung des Zahnes zur umgebenden Struktur

 

    5. Therapie

    Konservative Therapie

      o Lokale Maßnahmen bei akuten Entzündungen

      o Antibiotikatherapie


    Operative Therapie

      o Chirurgische Entfernung

      o Chirurgische Freilegung

      o Chirurgische Repositionierung

      o Replantation und Transplantation

      o Chirurgische Parodontalbehandlung

 

    6. Risikofaktoren

      o Eingeschränkte Mundöffnung

      o Bestehende akute oder chronische Infektion

      o Zahnankylose

      o Zustand nach Bestrahlung des Kieferknochens

 

    7. Komplikationen

      o Eröffnung der Kieferhöhlen

      o Postoperative Schwellung

      o Postoperative Infektion/Abszedierung

      o Nachblutung

      o Verletzung benachbarter anatomischer Strukturen (Zähne, Nerven, Weichgewebe)

      o Unterkieferfraktur

      o Tuberfraktur

      o Tuberabriß

 

    8. Empfehlung

    Im allgemeinen ist eine ambulante Behandlung ausreichend, wobei Ober- und Unterkiefer gleichzeitig saniert werden können. Auch eine stationäre Behandlung kann in bestimmten Fällen indiziert sein (z.B. bei zu erwartenden Komplikationen).

 

Erarbeitet von:
A. Kübler und J. Mühling
Einstimmig verabschiedet durch eine Konsensuskonferenz der Dt. Ges. f. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

 

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