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Leitlinie Knochenzysten

    1. Definition

    Knochenzysten können odontogen und nichtodontogen sein. Hinzu kommen Befunde, welche aufgrund der histologischen Charakteristika eigentlich nicht als Zysten bezeichnet werden können (z.B. idiopathische Knochenkavität, traumatische Knochenzysten, sogenannte Pseudozysten).

    2. Therapieziele

      o Entfernung der Zyste

      o Wiederherstellung der Funktion

      o Wiederherstellung der Form

      o Erhalt von wichtiger Strukturen

      o Verhinderung eines Rezidivs

      o Verhinderung einer maligner Entartung

 

    3. Therapieindikationen

    Bei der Indikation zur Therapie muß zwischen Zufallsbefunden, die klinisch keinerlei Symptomatik bieten und Befunden mit klinischer Symptomatik unterschieden werden.

      o Klinischer Nachweis einer Zyste

      o Schmerz

      o Deformität im Sinne von Schwellung oder Expansion

      o Funktionsstörung

      o Nervfunktionsstörung

      o Fistelbildung

      o Strukturauflösung oder Verdrängung benachbarter Organstrukturen

      o Farbveränderungen

      o Krepitation

      o Pathologische Fraktur

      o Veränderung der Knochendichte und/oder Radioluszenz

 

    4. Untersuchungen

    Notwendige Untersuchungen

      o Inspektion

      o Palpation

      o Vitalitätsprüfgung

      o Sensibilitätsprüfung

      o Röntgen

      o Histologische Diagnosesicherung (Biopsie, Feinnadelspiration)

    Weiterführende Untersuchungen

      o Röntgen in zweiter Ebene

      o Sonographie

      o Computertomographie

      o Szintigraphie

      o Weitergehende klinische und bildgebende Diagnostik bei Verdacht auf systemischen Organbefall

 

    5. Therapie

    Konservative Therapie

      o Verlaufsbeobachtung klinisch

      o Verlaufsbeobachtung mittels bildgebender Verfahren

      o Punktion


    Operative Therapie
    Die Zystektomie ist das primäre Therapieziel.

    Zystektomien bei:

      o Zysten welche zum Rezidiv neigen

      o Zysten die potentiell maligne entarten können

    Zystostomie bei:

      o Patienten bei denen aufgrund der allgemeinmedizinischen Gründe eine Zystektomie nicht möglich ist

      o Großen Zysten, bei denen sonst die Gefahr von Verletzung benachbarter Organstrukturen bestehen

      o Großen Zysten, bei denen sonst die Gefahr einer pathologischen Fraktur besteht

      o Großen Zysten, bei denen eine primäre Wundheilung nicht zu erwarten ist

 

    6. Ergänzende Maßnahmen

      o Ruhigstellung um die Gefahr einer pathologischen Fraktur zu reduzieren (z.B. intermaxilläre Fixation, Kopf-Kinnkappe)

      o Auffüllen des Knochendefektes mittels autogenem, allogenem oder alloplastischem Material

      o Nachkontrollen

 

    7. Risikofaktoren

      o Infektion

      o Vorgeschädigtes Gewebe (Knochen, Weichgewebe)

      o Durchblutungsstörungen

      o Begleiterkrankungen

 

    8. Komplikationen

      o Zystenrezidiv

      o Pathologische Fraktur

      o Maligne Entartung

      o Funktionsstörung

      o Deformität des Knochens

      o Störung der Struktur und Form

      o Verlust oder Verletzung von benachbarten Organstrukturen

      o Infektion

 

    9. Empfehlung

    Die Therapie kann in der Regel ambulant in Lokalanästhesie durchgeführt werden. Unter Umständen kann auch eine stationäre Behandlung in Vollnarkose indiziert sein.

 

Erarbeitet von:
A. Kübler und J. Mühling
Einstimmig verabschiedet durch eine Konsensuskonferenz der Dt. Ges. f. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

 

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