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Leitlinie Implantatversorgung

    1. Definition

    Unter einer Implantatversorgung in der Mund- Kiefer- Gesichtschirurgie ist das Einbringen von Fixturen in den Knochen bei teilbezahnten oder zahnlosen Patienten zu verstehen. Auch werden Implantate zur Fixierung und Stabilisierung von Epithesen zum Ersatz von fehlenden Gesichtspartien wie Nase, Augen und Ohrmuscheln verwendet. Die Wahl des Implantatsystems sowie des Implantationsortes und Implantatanzahl muß auf die geplante prothetische oder epithetische Versorgung abgestimmt werden. Die prothetische Suprastruktur auf den Implantaten ermöglicht den Patienten eine Wiederherstellung der Kau-, Schluck- und Sprachfunktion sowie eine Verbesserung der Ästhetik. Außerdem bietet die Implantologie eine Alternative zum herausnehmbarem Zahnersatz. Hierdurch wird häufig die psychosoziale Rehabilitation erst ermöglicht bzw. eingeleitet. Die Entwicklung der Implantologie ist bis heute noch nicht abgeschlossen.

    2. Therapieziele

      o Einbringen eines stabilen funktionsfähigen Implantats zur Wiederherstellung von Form, Funktion und Ästhetik, welches den Zahnersatz und/oder die Prothese/Epithese trägt.

      o Verbesserung des Erscheinungsbildes /Ästhetik

      o Verbesserung der Kaufunktion

      o Verbesserung der Sprache

      o Erhalt der bestehenden anatomischen Strukturen (Verhinderung der Alveolarkammatrophie, Verhinderung eines okklusalen Traumas, Vermeidung von Fehlbelastungen)

      o Verbesserung des sozialen und psychosozialen Befindens

      o Verringerung und Beseitigung von Schmerzen

      o Verbesserung von kieferorthop&ädischen Maßnahmen

      o Verbesserung der Stabilität von Obturatoren

 

    3. Therapieindikationen

      o Ungünstiges Prothesenlager

      o Zahnloser Kiefer, Freiendlücken, Schaltlücken, Einzelzahnersatz

      o Ausgeprägte Alveolarkammatrophie

      o Hart- oder Weichteildefekte im Kiefer- und Gesichtsbereich

      o Nichtanlage von Zähnen oder Hypodontie

      o Zahnverlust und/oder Defekte infolge einer Tumorerkrankung oder eines Traumas (z.B. Oberkiefer, Unterkiefer, Nase, Orbita, Ohr)

      o Mastikatorische Dysfunktion (teilweise oder vollständige Ober- und/oder Unterkiefermißbildung und/oder Kieferkammatrophie)

      o Ästhetische Defekte

      o Sprachstörungen

      o Verhaltens- und/oder psychologische Störung

      o Schmerzen (Nervkompression, Weichgewebeirritation)

      o Inadäquate Zahnverankerung

      o Craniofaciale Deformität

      o Allergie gegen prothetische Materialien

      o Insuffizienter Prothesenhalt

      o Befestigung eines Obturators

      o Verankerung von medizinischen Hilfsmitteln

 

    4. Untersuchungen

    Notwendige Untersuchungen

      o Inspektion

      o Palpation

      o Sensibilitätsprüfung

      o Röntgen

      o Modell und Röntgenanalyse zur Erstellung einer Implantatschablone

      o Ggf. Ärztliche Untersuchung bei Begleiterkrankungen


    Weiterführende Untersuchungen

      o Röntgen in zweiter Ebene

      o Schleimhautdickenmessung

      o Computertomographie

      o 3-D-Computertomographie DVT

 

    5. Therapie

      o Auswahl eines geeigneten Implantates

      o Richtiger operativer Zugang

      o Verhinderungen von hyperthermen Knochenschäden

      o Richtige Implanatpositionierung (Winkel, Länge, Lokalisation)

      o Primäre Implantatstabilität

      o Augmentation mit autogenem, allogenem oder alloplastischem Material zur Verbesserung des Implantatlagers

      o Sinuslift

      o Ergänzende Maßnahmen (Neurolyse, Nervverlagerung)

      o Gesteuerte Knochenregeneration

      o Weichgewebetransplantation

      o Maxilläre, mandibuläre oder kraniomaxilläre Osteotomie

 

    6. Risikofaktoren

      o Insuffiziente prothetische und/oder chirurgische Planung

      o Faktoren welche die Osteointegration des Implantates beeinflussen (Implantatmaterial, Implantatgeometrie, Implantatoberfläche; Knochenangebot)

      o Neurologische Funktionsstörungen

      o Neuromuskuläre Erkrankung

      o Parafunktionelle Habits

      o Schlechte Mundhygiene

      o Starker Knochenabbau

 

    7. Komplikationen

      o Nachblutung

      o Verletzung benachbarter anatomischer Strukturen

      o Schmerz

      o Neuropathie oder Parästhesie

      o Infektion (akut oder chronisch)

      o Nasale- oder Kieferhöhlenfistel

      o Unterkieferfraktur

      o Reaktive Gingivahyperplasie

      o Narbenbildung

      o Prothetisch nicht versorgbares Implantat

      o Instabiles Implantat

      o Implantatverlust

      o Verlust des transplantierten Materials (z.B. Knochen)

      o Implantatbruch

 

    8. Empfehlungen

    Im allgemeinen ist eine ambulante Behandlung ausreichend. Auch eine stationäre Behandlung kann in bestimmten Fällen indiziert sein.

 

Erarbeitet von:
A. Kübler und J. Mühling
Einstimmig verabschiedet durch eine Konsensuskonferenz der Dt. Ges. f. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

 

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